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Das Ohr

Das Ohr ist eines unserer Sinnesorgane. Es ermöglicht uns, mit unseren Mitmenschen zu sprechen, Geräusche aus der Umwelt wahrzunehmen, wichtige Signale zu hören, Musik zu genießen und vieles mehr.

Gut zu sehen: die Ohrmuschel

Der anatomische Aufbau des Ohres ist ebenso komplex wie seine vielfältigen Funktionen.
Der sichtbare Teil des Ohres ist die Ohrmuschel. Sie besteht aus Knorpelgewebe und ist bei jedem Menschen so einmalig geformt wie ein Fingerabdruck.
Die Ohrmuschel geht über in den Gehörgang, der etwa 2,5 cm lang ist und einen Durchmesser von nur 7 mm hat. Der vordere Teil des Gehörgangs besteht ebenfalls aus Knorpelgewebe. Hier sorgen kleine Härchen zusammen mit dem Ohrenschmalz dafür, dass Staub und Fremdkörper wieder nach außen transportiert werden. Im hinteren Bereich wird die Haut dann sehr dünn und empfindlich und liegt direkt auf dem Knochen auf. Ohrmuschel und Gehörgang bilden zusammen das äußere Ohr.

Aufbau des Ohres Aufbau des Ohres

Nur 1 cm³ groß: das Mittelohr

An seinem Ende ist der Gehörgang dicht verschlossen durch das Trommelfell, das den Übergang zum Mittelohr bildet. Das Trommelfell ist eine hauchdünne Membran, gerade mal 0,1 mm dick, mit einer winzig kleinen Fläche von 85 mm². Das Mittelohr selbst ist ein luftgefüllter Hohlraum von der Größe eines Stücks Würfelzucker. Darin sind die kleinsten Knochen des menschlichen Körpers befestigt: Hammer, Amboss und Steigbügel bilden die Kette der Gehörknöchelchen und sind auf der einen Seite mit dem Trommelfell verwachsen, auf der anderen Seite verschließen sie ein kleines Fenster zum Innenohr. Über die Tube hat das Mittelohr einen Verbindungskanal zum Nasen-Rachen-Raum und bekommt so genügend frische Luft.

HighTech im Körper: das Innenohr

Der Steigbügel ist der letzte in der Reihe der Gehörknöchelchen. Seine Fußplatte passt genau in ein kleines Fenster im Knochen, und dahinter beginnt das Innenohr. Im Gegensatz zum Mittelohr sind dort alle Hohlräume mit einer Flüssigkeit gefüllt. Das Innenohr hat zwei wichtige Bestandteile: die Bogengänge mit dem Gleichgewichtsorgan und die Hörschnecke. Tatsächlich hat die Knochenkapsel des Innenohres die Form eines Schneckenhauses und liegt gut geschützt unter dem Schädelknochen. Im Inneren des Schneckengangs windet sich ein dünner, häutiger Schlauch, der ebenfalls mit Flüssigkeit gefüllt ist. Auf dem Boden des Schlauches sind ca. 15.000 kleine Haarsinneszellen angeordnet, die das Herzstück des Ohrsystems bilden. Die unglaubliche Anzahl dieser Sinneszellen sorgt dafür, dass ein Mensch Tonlagen zwischen 16 Hz und 16.000 Hz hören kann und dabei ca. 600 einzelne Töne unterscheiden kann. Zum Vergleich: ein Klavier besitzt gerade einmal 88 Tasten.

Die Zentrale: das Hörzentrum

Am unteren Ende dieser winzigen Härchen sitzen kleine Kontaktstellen, die mit einzelnen Nervenfasern verbunden sind und dorthin Impulse senden.
Alle diese Nervenfasern werden dann gebündelt und bilden zusammen den Hörnerv, der die Schallinformation über mehrere Schaltstationen zum Hörzentrum im Gehirn leitet.